Wenn die Ziege schwimmen lernt

Ich mag sie eigentlich nicht, die Kinderbücher mit Botschaft: Du sollst die Zähne ordentlich putzen; im Kindergarten ist es doch ganz schön; es ist toll, Geschwister zu haben; du sollst nicht lügen; und brav auf’s Töpfchen gehen; wenn sich die Eltern trennen, kann das Leben trotzdem wieder gut werden; am Abend gehen wir ordentlich ins Bett; gegessen wird, was auf den Tisch kommt, und so weiter……

Bei soviel erhobenem Zeigefinger vergeht uns das Lesevergnügen. Man kann Spaß haben oder sich pädagogisch wertvoll vorkommen, meist schließt das eine, das andere aus.

Warum mögen wir dieses Buch dann trotzdem? Weil sich hier solides gestalterisches Talent mit einer der Botschaften paart, die ich meinen Kindern wirklich mit auf den Weg geben möchte: „Du hast Talente und Dinge, die Dir Freude machen, finde heraus, was das ist und scher Dich möglichst wenig um den Rest. Vergeude Deine Zeit nicht damit zu beweinen, was Du nicht kannst. Bemüh Dich nicht, mit viel Arbeit und Frust irgendwo mittelmäßig zu werden. Freu Dich über die Talente anderer um Dich herum, arbeite zusammen, aber versuch nicht, wie sie zu werden.“

Das  erfahren auch die Tiere, als sie plötzlich in die Schule gehen sollen. Obwohl sie sich redlich bemühen, -die meisten jedenfalls, es gibt auch eine rebellische Raupe, die einfach nicht fliegen lernen will- verschwenden sie viel Zeit und Kraft darauf, zu werden, was sie nicht sind: Kletternde Pferde, fliegende Elefanten oder schwimmende Ziegen.

Bis die Lehrer völlig verzweifelt das Handtuch werden und jeder wieder das macht, was er gut kann………

 

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