Lego und ich

Ich glaube als Mutter oder Vater muss man sich eingestehen, dass es mit den Kindern Dinge gibt, die man nicht gerne macht. Also z.B. auf unendlich viel Schlafenszeit verzichten, volle Windeln (obwohl ich schon von Paaren gehört habe, die ihre Umgebung damit nerven, dass sie darüber streiten, wer als nächster wickeln darf) und für mich auch Lego.
Also bei uns eigentlich Duplo. Lego ist ja das kleinere Zeug für die Größeren. Ich will jetzt mal nicht von den mir Bauchschmerzen bereitenden Arbeitsbedingungen, unter denen Lego bzw. Duplo hergestellt wird, anfangen. Fakt ist, unsere Jungs lieben es und spielen gerne und oft damit. Langsam bauen sie damit echt ganz coole Sachen.
Aber ich ….also mir bereitet Lego nicht so viel Freude. Ich sitze schon nicht gerne am Boden rum. Das mag damit zusammenhängen, dass ich gerne in vor-Matteo-Hosen herumlaufe, in die ich eigentlich immer noch nicht richtig hineinpasse, in der Hoffnung da bald wieder hineinzupassen. So als wäre das Tragen von zu engen Hosen eine das Gewicht verringernde Maßnahme. Ich sollte diese bahnbrechende Entdeckung mal an eine Frauenzeitschrift verkaufen. Jedenfalls machen enge Hosen das Lego Spielen unbequem.
Dann soll ich mit Lego meist so schwierige Sachen wie Hubschrauber bauen. Nein, kein Haus und kein Flugzeug………. einen Hubschrauber. Bin ich Ingenieur oder was. Mein Unvermögen wird mit einem wütenden „Mama, Du sollst das maaaaaaachen!!!“ quitiert. Auf „Du sollst “ reagiere grundsätzlich eher allergisch.
Außerdem muss ich dann ja immer zwei Sachen bauen. Einer sitzt rechts (immer Leo) und einer links (immer Matteo) von mir. Wir wollen schließlich nicht jedes mal streiten, wer wo sitzt. Ich bin die Trennwand, die Materialschlachten (also Schlachten um und mit dem Material) verhindert. Dann muss ich schauen, dass ich ganz schnell rechts und links abwechseln weiterbaue, damit keiner von beiden mitbekommt, dass ich auch beim anderen baue, und sich mit seinem Bauwerk dann vernachlässigt fühlt. Vernachlässigung führt unweigerlich zu Geschrei und Materialschlacht. Ich baue also dauern rechts und links und rechts und links und vor lauter hin und her verliere ich dann den Überblick und am Schluss haben wir dann ein Haus mit Flügel und ein Flugzeug mit Kamin…..das stört aber seltsamer Weise niemand, sondern sorgt höchstens für Erheiterung.
Haben wir uns ausnahmsweise mal auf ein Projekt geeinigt, das auch noch innerhalb meiner Fähigkeiten liegt, dann….also dann will ich das aber auch machen…..ordentlich …..meine ich. Ich will dann keine bunten Wände bei meinem Haus, sondern einfarbige. Das Dach will ich rot mit einem schwarzen Kamin, und eine Tür, und ein Fenster, und vor dem Haus einen Baum, und eine Bank. Die Steine die ich dafür brauche, die will ich dann auch haben (notfalls hole ich sie mir mit Gewalt) und ich will das dann auch zu Ende bauen und ich will da nicht gestört werden…….die Kinder spielen dann irgendwann entnervt mit etwas anderem.

PS: Ach ja,…noch was, was ich schon öfter mit strengem Blick auf unser Lego gehört habe: Das kann man ganz toll in einem Kissenbezug in der Waschmaschine waschen. Nur so …als Tip.

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