Impfen oder nicht, Pest oder Cholera

Natürlich spreche ich hier keine Empfehlung für oder gegen das Impfen aus. Wer wird schon freiwillig so blöd sein. Wird er doch jedenfalls von einer Seite der erbitterten Gegnerschaft gesteinigt.

Fest steht für mich, wenn man das „Impffass“ aufmacht, dann halst man sich echt Arbeit auf. Das hab ich gemacht. Bücher gelesen, Studien gesichtet, Behauptungen nachgeprüft, soweit das möglich war.
Wer dazu keine Lust hat und seine Kinder einfach nach STIKO-Empfehlung impfen lässt, weil das Stand der Wissenschaft ist und er sich gut damit fühlt, dem sage ich: Wunderbar, lies auch gar nicht weiter, weil man seine Zeit auch anders rum bringt, als im Impfsumpf zu versinken. Man kann sich mit Kindern auch noch an 1001 anderen Themen festbeißen.

Leo ist deshalb auch „normal geimpft“. Das vor allem deshalb, weil ich so irrationalen Gefühlen keinen Raum geben wollte. Ich halte Impfungen mittlerweile für eine wunderbare Errungenschaft im Kampf gegen bestimmte Krankheiten. Aber ich glaube auch, dass sie der allgemeinen Gesundheit des Kindes nicht übermäßig zuträglich sind. (Wieso ich das glaube, sprengt hier bei weitem den Rahmen). Deshalb will ich abwägen, ob ich die einzelne Impfung will oder nicht. Ich trage die Verantwortung für mein Kind, ich übernehme sie und ich muss mich deshalb nicht rechtfertigen. Matteo ist deshalb erst mit 1 1/2 Jahren gegen Tetanus, Diphtherie und Polio geimpft worden und jetzt gehen wir dann Masern-Mumps-Röteln an.

Ich ärgere mich darüber,

  • dass es keine pharmafirmenunabhängige STIKO gibt
  • dass es viel zu wenig pharmafirmenunabhängige Forschung gibt
  • dass Impfgegener ständig hysterisch, esoterisch unbewiesenes Zeug von sich geben und alle impfenden Ärzte für Satan persönlich halten und damit eine wissenschaftlich fundierte impfkritische Auseinandersetzung erschweren.
  • dass es kaum mehr Einzelimpfstoffe gibt (die, die es gibt, sind wegen der Zusatzstoffe kaum mehr zu empfehlen) und ich deshalb oft gar keine individuelle Impfentscheidung mehr treffen kann.
  • dass wir großzügig in Afrika Tetanusspritzen verkaufen, aber uns nicht um die Wasserversorgung kümmern. Entsprechende Hygiene würde neben Tetanus auch viele andere Krankheiten verhindern, aber da verdient ja keiner dran…(Klar besser als nichts finde ich das auch!)
  • dass das Thema viel zu hoch aufgehängt wird. Fernsehen, Bewegungsmangel und ungesundes Essen sind für unsere Kinder viel bedrohlicher, als „Impfen oder nicht“. 
Wer sich mit dem Impfen vernünftig, wissenschaftlich fundiert, pragmatisch, individuell, aber auch kritisch auseinandersetzten möchte, für den ist „Impfen Pro&Contra“ von Dr. Martin Hirte, die einzig mir bekannte Hilfe.

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