Ich hab die Nase voll….

zur Zeit sogar buchstäblich, aber auch vorher schon. Leo ist seit dem 20.12.2011eine kleine Rotznase. Die genaue Dauer meiner Leidensphase zeigt das ganze Ausmaß meiner Verzweiflung. Ein Infekt jagt seitdem den nächsten und seine Nase rinnt unaufhörlich. Ganz normal sagt der Kinderarzt. Alles was er jetzt hat, bekommt er später nicht mehr. Darüber hinaus empfiehlt er uns einen Nasensauger. Das ist ein seltsames Schlauchsystem, das man an den Staubsauger (kein Witz!) ansteckt und dann saugt man die Nase eben ab. Ja…also ganz schlecht ist das nicht, wenn man das Kind mit sanftem Zwang dazu bringt, das über sich ergehen zu lassen. Außerdem liefert es mir ein weiteres Druckmittel im täglichen Rotznasengefecht. Über unser übliches Schnupfenprogramm sind wir lange hinaus. Um Leo’s Rotznase ranken sich nämlich zahlreiche komplizierte Regeln, deren exakte Einhaltung meine Nerven derzeit auf’s Äußerste strapaziert.

1. Nur die Mama darf Nase putzen
2. Selber Putzen kommt keinesfalls in Frage.
3. Trotzdem wird die Chefnasenputzerin noch bei jedem zweiten Versuch, möglichst viel, möglichst sanft aus der Nase zu bekommen, angemeckert.
4. Eigene Mithilfe bei diesen Versuchen in Form  von schnaubenden Bemühungen ist völlig indiskutabel.
5. Jedes Taschentuch darf exakt einmal verwendet werden. Bei zweimaligem Verwenden erfolgt ein Tobsuchtsanfall, der  zahlreiche weitere Schneuzereien nach sich zieht. Das erklärt auch den sagenhaften Taschentücherverbrauch von über  2000!!!! Taschentücher in 5 Tagen (ohne Witz und ungelogen)
6. Sobald sich ein von außen noch völlig unsichtbarer winziger Tropfen Nasensekret Richtung Nasenöffnung auf den Weg macht, muss die Chefnasenputzerin sofort (gehen Sie nicht über Los, beenden Sie keinesfalls die gerade begonnene andere Aufgabe) die Nase putzen.
7. Dass sich die Nase alsbald rötet, ist weder darauf zurückzuführen, dass man die Nasensalbe verweigert, noch auf die vielleicht übereifrig initiierten Putzaktionen, sondern ausschließlich auf die Grobheiten der Chefnasenputzerin. Ein Umstand, den man derselbigen nicht oft genug überdeutlich und in angemessener Lautstärke klarmachen muss.
8. Der Chefnasenputzerin ist es keinesfalls erlaubt, irgendwelchen anderen Arbeiten oder gar eigenen Bedürfnissen nachzugehen. Sie hat den ganzen Tag und ohne Unterbrechung und umgehend (Verzögerungen von 2 bis 3 Sekunden werden toleriert) zur Verfügung zu stehen.
9. Die Chefnasenputzerin hat für ihr Arbeitsgerät ( Taschentuch) selber zu sorgen. Diskussionen über ein eigenes Herbeibringen desselbigen sind verboten. Sie ziehen höchstens Tobsuchtsanfälle nach sich, die wiederum den Taschentücherverbrauch weiter in die Höhe schrauben.

Es graut ihm so unglaublich vor seinem Rotz, dass ich es auch nicht schaffe, ihn einfach mal stehen zu lassen, wenn ich auch gerne mal würde.

Mir blieb ja gar nichts anderes übrig, als selber krank zu werden, so wird wenigstens jedes Taschentuch ein zweites Mal benützt, wenn schon wegen uns ganze Wälder abgeholzt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.