Ein Moment für ……Berührung

immer wieder Freitags……….

Vielleicht fängt man mit kleinen Kindern an, mehr an die kleinen Schritte zu glauben, als an das allgegenwärtige “Think Big”. Ein Leben mit Kindern besteht aus kleinen Schritten, oft zwei vor und einer zurück. Die Macht der kleinen Schritte wird unterschätzt. Der perfekte Moment soll kommen, der Moment an dem alles gerade mal passt und dann, ja dann wird er sicher gelingen der große Wurf in Sachen Erfolg und Glück oder was auch immer. Bis dahin wird munter aufgeschoben. Das Glück, der Spaß, die Gesundheit, die Zweisamkeit, die Aufmerksamkeit alles schieben wir auf.

Jeden Freitag deshalb jetzt ein Vorschlag für mehr Spaß, für einen kleinen Augenblick, für ein kleines Lächeln. Auch über Eure Vorschläge freuen wir uns!

1. Hüpfen

2. Kritzeln

3. Singen

4. Dankbarkeit

5. Spaziergang upgraden

6. ein Stückchen Natur hereintragen

7. Berührung

Solange die Kinder klein sind, gibt es jede Menge selbstverständlicher Berührung. Wenn ich meine Schwester beobachte, wie sie meine Nichte küsst, bevor sie sie stillt, dann erinnere ich mich, dass ich das auch immer gemacht habe. Ich hatte es schon vergessen.  Die Berührungen werden weniger, je größer die Kinder werden. Schon sind meine beiden mir zu schwer zum Tragen. Trotzdem brauchen sie oft noch ganz viel „Mama“. Hormone, die das Entstehen von Liebe und Vertrauen, aber auch Schmerzreduzierung und Beruhigung fördern, werden bei jedem positiven Hautkontakt ausgeschüttet. So manches Streicheln ist sicher gesünder und wichtiger als die fünfte Portion Obst am Tag.

Eine Berührung, ein Moment ungeteilter Aufmerksamkeit, das kann es nicht oft genug geben. Aber es ist auch etwas, was man gerne einmal mit einem „jetzt nicht“ abweist. Um so wichtiger finde ich es, dass es feste Rituale gibt, wo solche Momente geschaffen werden.

Bei uns ist das z.B. beim zu Bett gehen eine Fußmassage mit Lavendelöl. Das Lavendelöl beruhigt und entspannt. Manch ein Kind mag vielleicht gerne nach dem Bad ausgiebig eingecremt werden. Die Kinder können den Duft selbst auswählen.

Es gibt auch oft in Kindergärten ähnliche Rituale zur Begrüssung, zum gemeinsamen Essen oder zu Beginn der Gruppenaktivitäten. Ein Öltröpfchen wird auf die Hand geträufelt und einmassiert. Vielleicht gibt es einen besonderen Spruch dazu.

Bei allem, was mit Berührung zu tun hat, finde ich es wichtig, zu fragen, ob diese auch erwünscht ist. Auch die eigenen Kinder haben das Recht zu sagen, dass sie gerade nicht berührt werden wollen (obwohl die eifrige Mutter sich das so schön ausgemalt hat). So gibt es bei uns auch Abende, an denen es keine Fußmassage gibt, einfach weil beide Kinder es abgelehnt haben.

Wieder ist es nur ein kleiner Moment, aber er sagt, „Du bist wichtig“, „schön, dass Du da bist“, „ich sehe Dich“. Die kleine Ölmassage ist ein wunderbares Mittel um Übergänge zwischen den verschiedenen Tageszeit zu gestalten und zu beruhigen. Für Mutter/Vater und Kind.

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