Kontraste

MASchnee1MaBurgschnee

MaSchneezaunVor ein paar Tagen hatten wir im Lungau noch tiefe Minustemperaturen und richtig schön Schnee und jetzt genieße ich die Wärme der Sonne auf der Haut und den Geruch von Meer. Immer wieder Neuanfang, immer wieder diese Schuljahresanfangsenergie (die mich auch immer noch im September befällt). Alltagstrott ist uns fremd. Das ist herrlich und aufregend und mit soviel positiven Erlebnissen und Begegnungen verbunden. Andererseits muss ich gestehen, dass „Alltag“ für mich auch oft ein Sehnsuchtsort ist. Im Alltag, da gibt es Halt und Struktur. Da musst Du nicht alles jeden Tag neu ausdiskutieren. Da kannst Du feilen, an den Abläufen. Da entsteht der Raum für Entwicklung. „Sich lähmender Gewöhnung entraffen“ ist kein Problem, wenn man so konträre Orte bewohnt. Aber ich freue mich auch auf die uns-in-den-Alltag-zwingende-Schulpflicht. Ich freue mich auf München und werde doch ewig Miami vermissen…die bonbonfarbenen Leichtigkeit, die die ernste deutsche Seele erhellt…

Sobemarina SOBEBalconyview Sobebalconyview1

 

Neue Wege, kleine Schritte

Das Leben als Eltern ist, wie das Leben an sich. Nur schöner und schlimmer. Je nach Tageszeit, Gesundheitszustand und geistiger Haltung der Beteiligten.

Wenn sich nun ein neues Jahr vor einem ausbreitet, stellt sich doch auch wieder einmal die Frage, wie man es nun anpackt, das Leben. Die einen fassen hochambitionierte -meist gesunde- Neujahrsvorsätze, während die anderen sich mit einem zwischen Zufriedenheit und Resignation rangierenden „passt scho“ dem Zauber des Neuanfangs gleich ganz verweigern.

Ich bin so dazwischen. „Passt scho“, finde ich zwar tödlich, aber ich kenne mich mittlerweile selber auch gut genug, als dass ich weiß, dass ich mit den ganz großen Plänen gerne auch schon am 2. Januar scheitere. Aber was bleibt dann? Das was ich -gerade im Leben mit Kindern- für den einzig gangbaren Weg halte. Die Politik der kleinen Schritte. Das Fernziel mag meinetwegen tatsächlich im „Think Big“-Bereich liegen, aber ich bin kein Mensch, der von heut auf morgen sein Leben ändert. Es gibt zwar Bereiche, wo mir persönlich auch große Veränderungen sehr leicht fallen, aber andere Vorsätze sind dafür regelmäßig zum Scheitern verurteilt.

Neben der ehrlichen Antwort auf die Frage, ob es den „Kampf“ überhaupt wert ist, gibt auch die Erkenntnis, dass ich nur ein bestimmtes Maß an Baustellen managen kann, einen gewissen Rahmen vor. Alles ist möglich, aber nicht alles zu gleichen Zeit. Diese Tage sind dafür gemacht das Leben auf den Prüfstand zu stellen und sich vom trügerischen „Ich muss“ zu verabschieden. Ich muss eigentlich nur Atmen, alles andere will ich. Wenn wir auch manchmal dazu neigen, die Gründe unseres Wollens zu verdrängen. Wenn mir aber mal klar ist, was ich will im neuen Jahr, was mir wichtig ist, wo die Reise hingehen soll, dann lasse ich dieses Ziel wieder los und konzentriere mich auf den ersten kleinen Schritt, weil ich sonst Gefahr laufe, dass mich Angesichts des riesigen Berges vor mir der Mut verlässt. Dass ich denke, „ach so toll ist der Vorsatz doch nicht, kann ich auch erst übermorgen anfangen“ usw. All das, was eben mein Schweinehund so von sich gibt, wenn er keinen Bock hat und den hat er ja bekanntlich selten.

Was aber bei mir gut funktioniert, ist ganz konsequent unter dem Schweinehundradar zu fliegen. Ich räume z.B. jeden Tag eine Schublade auf. Völlig unmotiviert suche ich mir an manchen Tagen „einfache“ Schubladen (oder Regalfächer, Taschen, uvm.) aus. Oft mache ich aber mehr als ich müsste wollte. Die Überwindung ist minimal. Gleich vorbei und dann „Fleißsternchen“ auf die Schulter kleben. „An apple a day“ scheint nicht großartig, zugegeben, aber für viele wäre das ein Schritt in die richtige Richtung, statt sich 5 mal die Woche Sport&Salat vorzunehmen und 5 mal die Woche daran zu scheitern. Klar mit so kleinen Mäuseschritten dauert es vielleicht länger ans Ziel, aber beinahe jedes Ziel ist machbar und zwar auch für den, der nicht mit einer großen Portion Disziplin auf die Welt gekommen ist (oder seine Menge an Tagesdisziplin regelmäßig mit seinen Kindern verpulvert).

Manchmal scheitert man mit seinen neuen kleinen Gewohnheiten noch am „Drandenken“. Da helfen post its, Handyalarm oder die Verknüpfung mit Dingen, die man ohnehin regelmäßig tut. (Squats während dem Zähneputzen, Atemübungen während man auf’s Teewasser wartet usw.). Manch einer sucht sich vielleicht auch einen Trainingspartner.

Und dann muss man nur noch Geduld haben. Mehr als ein bis zwei Dinge sollte man sich nicht pro Monat vornehmen. Mehr als 5 Minuten sollte es nicht dauern. Aber kleine Dinge können eine große Wirkung entfalten, können demjenigen, der an eigenen Vorsätzen schon oft gescheitert ist, auch den Glauben an sich selbst zurückgeben. Wir Menschen sind träge, wir ändern uns nicht so schnell. Aber wir können Dinge ändern. Auch mit Kindern enden geplante Radikalkuren entweder im Abgrund oder versanden alsbald, weil man den Kampf nicht auf Dauer durchhält.

Aber ein Ziel für das Familienleben 2015 finden und dann, mehr mit Blick auf sich selbst denn auf die Kinder, kleine Schritte Tag für Tag darauf zu machen, das geht. Das überfordert niemand. Das gibt Kindern Orientierung und Vorbild und dann zuckeln sie schon hinterher…in Mäuseschritten…

Wenn es dann irgendwie trotzdem nicht geklappt hat, mit der Veränderung, dann gönnt Euch eine Pause, ruht Euch aus, kümmert Euch gut um Euch selbst, damit er wachsen kann, der Impuls „es wieder anzugehen“. Und dann versuchen wir es wieder auf einem neuen Weg, mit kleinen Schritten. So geht das nämlich, das Leben als Eltern.

 

Winterliches Lesevergnügen

Unsere liebsten Winter-Weihnachtsbilderbücher haben wir hier versammelt und vielleicht ist noch der eine oder andere last-minute-Tipp für’s Christkind dabei. Weihnachtsbücher räumen wir zwar nach dem 6. Januar wieder weg, aber die Winterbücher begleiten uns noch viel länger.

Los geht’s mit Astrid Lindgrens Bilderbuch „Guck mal, Madita, es schneit!“ Madita und Lisbeth freuen sich schrecklich über den ersten Schnee und genießen auch die Weihnachtsvorbereitungen, das Pfefferkuchen Backen und die kleinen Geheimnisse. Aber dann wird’s ganz schön heftig, wie ja gerne mal bei der Lindgren. Lisabeth springt kurzerhand auf einen Pferdeschlitten, um ein Stückchen mitzufahren. Als sie allerdings unendlich weit von zuhause entfernt plötzlich mutterseelenallein im Schnee steht, ist der Spaß ganz und gar vorbei. Obwohl sich meine Kinder an mancher Stelle mit schreckens geweihten Augen ins Sofa drücken, lesen wir das Buch seit Jahren gerne zur Weihnachtszeit. Es geht ja gut aus….

Bguckmalmadita,esschneit

Auch in „The Christmas Tale of Peter Rabbit“, geschrieben von der Schauspielerin Emma Thompson, geht es um Kopf und Kragen. Um den Kragen des Truthahns William. Der soll nämlich am Weihnachtstisch landen, aber nicht als Gast. Aber Peter Rabbit wird schon was einfallen. Schön sind die nostalgischen Zeichnungen. Der englische Text ist einfach und überschaubar.

Bchristmastaleofpeterrabbit

Einer unser Weihnachtsklassiker ist „Weihnachten im Stall“, Astrid Lindgrens Version der Weihnachtsgeschichte. Erst die letzten Tage vor dem heiligen Abend hole ich das hervor und wir stimmen uns damit auf Weihnachten oder ein Krippenspiel, das wir besuchen, ein. Auch die Geschehnisse um unsere eigene Krippe beginnen sich dann langsam zu entwickelt und das eine oder andere Schäfchen verirrt sich schon mal in Richtung Stall.

Bweihnachtenimstall

„Vor langer Zeit in Bethlehem“ was da geschah, das erzählt uns nun schon seit Jahren Masahiro Kasuya im Angesicht des Weihnachtsbaumes. Wir lesen es also anstelle der klassischen Weihnachtsgeschichte, weil ich es kindgerechter und trotzdem wunderschön finde. Ich bin gespannt, ob wir den je den Umschwung zum Lukasevangelium schaffen.

Bvorlenagerzeitinbethlehem

Die folgenden Bücher sind gut über Weihnachten hinaus lesbar, weil sie den Winter an sich oder die Frage, was machen eigentlich die Tiere im Winter, beleuchten.

„Das Geheimnis im Winterwald“ ist eine fotografierte Bildergeschichte. Die Tiere entdecken einen Fremdling im Wald. Wo der herkommt? Jedenfalls scheint er freundlich zu sein. Mit Vorschulkindern kann man schon gut über die Entstehung des Buches diskutieren.

Bdasgeheimnisimwinterwald

Das kleine Rotschwänzchen hat im Herbst einen verletzten Flügel und kann nicht mit den anderen Zugvögeln in den Süden ziehen. Aber für einen kleinen Insektenfresser ist es gar nicht so leicht sich im Winter und im Schnee durchzuschlagen. Anne Möller verfügt über eine herrlich klare Sprache und die  Bilder sind einfach etwas ganz besonderes.

Brotschwänzchen

Das perfekte Sachbuch zur Frage, wie die Tiere eigentlich durch den Winter kommen, ist „Bald wird es kalt“. Schöne Illustrationen wechseln sich mit viel Wissenswertem ab. Kaum eine Kinderfrage zu diesem Thema bleibt unbeantwortet und auch Erwachsene können noch manch Interessantes erfahren.

Bbaldwirdeskalt

Obwohl meine Kinder eigentlich schon fast zu groß für Wimmelbücher sind und ich immer ein bisschen denke, wenn es nicht von Ali Mitgutsch ist, dann ist es gar kein richtiges Wimmelbuch, begeistert uns das „Winterwimmelbuch“ von Rotraut Susanne Berners jedes Jahr auf’s Neue. Wir konnten es deshalb auch noch nicht an ein jüngeres Kind weitergeben. Die Figuren können Seite für Seite verfolgt werden. Immer wieder tauchen sie auf und erzählen so ihre ganz eigene kleine Geschichte. Ein wunderbares Buch, um mit Kindern zu sitzen und zu phantasieren, was, wem, warum passiert und so eine ganz eigene Geschichte entstehen zu lassen. Über lange Zeit kann man immer wieder Neues darin entdecken. Sicher schon für 2-Jährige ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Bwinterwimmelbuch

Auch das „Märchen im Schnee“ ist eine zauberhafte Geschichte bereits für kleine Leser. Ein Tierfreund nach dem anderen kuschelt sich in einen Handschuh im Schnee, bis der Besitzer zurückkehrt. Die einfache Geschichte nährt die Kinderseele und schenkt Bilder und Figuren, die lange mitgetragen werden.

Beinmärchenischnee

Eine bitterkalte Winternacht, lässt die Figuren unserer letzten Empfehlung zusammenfinden, obwohl sie einander eigentlich nicht über den Weg trauen. Aber die Kälte lässt sie eine Nacht in Frieden ausharren. Aber am Morgen schleichen sich Hase, Fuchs und Bär wieder aus Wanjas Haus, so dass der gar nicht sicher ist, ob er nicht geträumt hat. Die Reimform der Geschichte nimmt Kinder besonders ein.

Besklopftbeiwanjaindernacht

Wem jetzt „Tomte Tummetott“ und „Tomte Tummetott und der Fuchs“ von Astrid Lindgren in dieser Sammlung fehlt, dem muss ich gestehen, den lesen wir nicht vor, der verschönert uns Autofahrten als Hörbuch. Genauso wie „Marias kleiner Esel“ von Gunhild Sehlin, eine ganz wunderbare Erzählung, die die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht eines Esels beschreibt. Einfach wunderbar und auch für mich jedes Jahr wieder eine Freude.

Sternenhimmel

haben wir noch in Miami mit Sand vom Strand und Glitzer gemacht. Meine Kinder hätten gerne viel mehr Glitzer gehabt. Leider, leider hatte ich aber nicht mehr und wir mussten ein bisschen mit Sand strecken. Auch in der Ausführung scheiden sich die Geister. Während die Kinder eher auf die Variante „dick-paniertes-Schnitzel“ stehen, finde ich es ganz schön, wenn man an manchen Stellen, das weiße Aquarellpapier (oder ein anderes stärkeres Papier) noch ein bisschen sieht und es weniger akkurat ist.

Csandglitzersterne

Ein paar unserer Sterne mogeln sich noch zu den Bienenwachskerzen, die wir für unseren Kindergartenbasar gebastelt haben. Die Gläser dafür haben alle schon einmal Kerzen beherbergt. Seit wir mit einem normalen Glas schon mal einen kreisrunden Brandfleck in unseren Holztisch gebrannt haben, werden bei uns dafür nur noch erprobte Behältnisse verwendet. Upcycling eben. Letzte kreative Ideen vor Weihnachten sammeln wir beim creadienstag.

cbienenwachs mit sternen

Oma’s Kartoffellebkuchen

Oma’s Kartoffellebkuchen gehören eindeutig in unsere Rezeptsammlung. Früher hat man ja so Bücher, geschrieben in gestochen scharfer altdeutscher Schrift (die dann irgendwann keiner mehr richtig lesen konnte), von der Mutter bekommen. Da hatte man dann alles an Rezepten beieinander, was man für ein ganzes Leben brauchte. Jetzt hat meine Mutter in Sachen Rezepte schon eine gewisse Zettelwirtschaft. Bei mir ist es noch schlimmer. Meine Lieblingsrezepte sind in min. 50 Kochbüchern und eigenen Büchern, wo sie völlig ungeordnet neben, Bastelideen, Musik und Büchern (die ich unbedingt kaufen will), Gedichten usw. stehen, verstreut. Da findet außer mir niemand etwas. Deshalb alle Lieblingsrezepte hierher. Und in zwanzig Jahren, wenn meine Kinder, Nichten und Neffen (ich frag mich, wo die bleiben, die Neffen) in der ganzen Welt leben, dann können sie hier in Nullkommanix nachschauen, wie eigentlich Oma’s Kartoffellebkuchen gingen.

So nämlich:

375g Zucker, 3 Eier schaumig rühren

250g gemahlene Nüsse, 250g Mehl, 1 1/2 Päckchen Backpulver, je 100 g Zitronat und Orangeat, 2TL Zimt, 3/4 TL Nelken und 9 gehäufte EL gekochte, durchgepresste Kartoffeln unterrühren.

Wer mag, kann sie (mit einem Eisportionierer) auf Oblaten setzten (Reste außenherum später abknibbeln), wenn man in der Backdiaspora lebt, geht es auch ohne auf Backpapier.

Bei ca. 180 Grad, ca 20 min. backen.

Nach dem Abkühlen mit Kuvertüre bestreichen und luftdicht und kühl aufbewahren.

Kartoffellebkuchen

Wir waren für den Kindergarten fleißig und haben deshalb extra schön verpackt. Die Vögelchen sind nach diesem Spitzbubenrezept entstanden. Die Kokosmakronenrezept ist mit dem der Makronenwäldchen aus den letzten Jahren entliehen.

Fkeksvögelchen