Das Warten hat sich gelohnt

Meine Sehnsucht nach den wunderbar bunten Herbstblättern aus weniger tropischen Klimazonen hat ein Ende. Sobald es hier nämlich ein bisschen trockener wird -„hurricane season“ neigt sich dem Ende zu- beginnen sich vereinzelt die Blätter der „Sea Grape“, einem eigentlich immergrünen Strauch oder Baum, in wunderbaren Rottönen zu verfärben. „Grape“ deshalb, weil er traubenartige Früchte hat, aus denen man auch Marmelade machen kann. Auch die „Sea Grape“ wird hier -wie der Strandhafer– am Strand gepflanzt, um der Erosion entgegenzuwirken. Ich finde jedenfalls, dass die Färbung der Blätter mit den bunten Ahornblättern mithalten kann.

 Zwischen Klebefolie geklebt haben wir daraus schon Tischsets gebastelt.

Oder wir „doodlen“ einfach ein bisschen darauf herum.

Leider verlieren die Blätter nach 1-2 Tagen die wunderbare Farbe. Mit Modge Podge ( so eine Art Kleber) soll man die Farbe ein bisschen konservieren können. Wir haben das ausprobiert, aber mehr als 1-2 Zusatztage hat das nicht gebracht. Auch mit Bienenwachs soll ein Konservieren der wunderbaren Blattfarben möglich sein. Das wäre auch mit weit angenehmeren Gerüchen verbunden, als die Modge Podge Methode (stinkt wie Holzleim), aber woher ich das hier bekommen soll, weiß ich beim besten Willen nicht.

one, two, boo…… Gestern haben wir das erste „Halloween-Haus“ gesehen. Die Kinder freuen sich schon seit Wochen auf Halloween. Ich weiß nicht, ob ich zuhause so begeistert wäre, ein von Kommerz durchdrungenes Fest eines „fremden“ Kulturkreises zu feiern, aber hier gilt „when in Rome, do as the Romans do“. Deshalb wird es ab jetzt von uns wohl nur noch Gespenster, Kürbisse, Fledermäuse usw. geben, bis endlich, endlich Halloween kommt.

Sweet potato fries à la Monty’s

Monty’s ist der perfekte hangout place an der South Beach Marina. Wir wohnen nicht weit weg und sind abends öfter hier. Am Wochenende gibt es meist live Musik und die Jungs sind begeisterte Tänzer. Wenn ich nach ihrer Performance mit dem Hut rumgehen würde, könnten wir von den Einnahmen unser Essen bezahlen :-). 

Bei Monty’s gibt es grundsätzlich sweet potato fries, die uns allen viel besser schmecken, als normale Pommes. Für den Fall, dass uns in Österreich die Sehnsucht überkommt, haben wir ein paar Eigenversuche gestartet. Weil wir zuhause nicht so leicht Süßkartoffeln bekommen, gab es auch gleich noch ein paar Kürbispommes dazu. Die Yamswurzeln, die noch herumlagen, haben wir außerdem verarbeitet. (Gibt’s in der Steiermark ja auch an jeder Straßenecke ;-)).
War lecker!

Ein weißer Tiger statt einem Panther…trotzdem traurig

Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris
Sein Blick ist von Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass ihn nichts mehr hält.
Ihm ist, also ab es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf-. Dann geht ein Blid hinein,
geht durch der Glieder angespannten Stille-
und hört im Herzen auf zu sein.
-Rainer Maria Rilke-
Immer wenn wir im Zoo bei den Raubkatzen sind, dann kommt mir Rilkes „Panther“ in den Sinn. Mittlerweile färbt das auch auf meine Kinder ab. Wir stehen also vor den Gehegen und ich rezitiere den „Panther“ 3-5 mal. Dann springen meine Kinder fröhlich weiter. Nur ich kann die Melancholie und die Abscheu schwer vertreiben.
Gerade in den Zoo’s hier in Miami befallen mich schon arge Zweifel, ob ich all das mit meinem Gewissen noch vereinbaren kann. Sind die Gehege schöner, größer, vermeintlich tiergerechter, dann kann ich diese Bedenken schon einmal beiseite schieben. Ich beobachte gerne Tiere. Im Zoo, im Fernsehen und auf Safaris. Obwohl ich mich wahrlich nicht als tierlieb bezeichnen würde (ich bin echt kein Fan von Haustieren) beziehen sich einige meiner liebsten persönlichen Erinnerungen auf Tierbeobachtungen. Aber wer einen Wal in seiner natürlichen Umgebung gesehen hat, der kann sich nur abwenden, wenn er beobachten muss, wie dieses mächtige Tier in einem winzigen Becken Männchen machen soll.
Tierschützer verdammen Zoo’s ( auch die besseren) immer noch. Würden wir das gleiche Geld direkt für den Artenschutz verwenden, wäre das sicher besser. Oft muss das Geld dafür aber in Ländern locker gemacht werden, die weit von den natürlichen Lebensräumen der bedrohten Tiere entfernt sind. Man erachtet meist nur das, was man kennt und liebt für schützenswert.
Im Rahmen von Artenschutzprojekten arbeitet mittlerweile auch der WWF mit einigen Zoo’s zusammen. Das ist jedenfalls für mich ein Argument auch weiterhin hinzugehen. Aber den Kindern Tierliebe und Respekt vor dem Mitgeschöpf beizubringen wird in einem Zoo, der -wenigstens auch- die Bedürfnisse der Tiere im Blick hat leichter gelingen.

Hokuspokus fidibus (Teil 2)

Bei uns wird wieder gezaubert.

Alle Zaubersprüche von hier sind fleißig in Verwendung. Jeder Stock ist ein Zauberstab (naja oder eine Waffe).

Weil Leo einmal jemanden mit einer Zaubertüte hat zaubern sehen und fest überzeugt ist, dass derjenige  „aber in echt“ zaubern kann, habe ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, auch jemand zu sein, der „in echt“ zaubern kann. Die Tüte hat zwei Taschen und mit viel Magie kann man kleine Dinge darin weg und wieder her zaubern.

Hier steht wie’s geht.

Völlig hin und weg sind die Kinder aber, wenn sie selbst Zauberer sein können.

Leo knoten oft den halben Tag herum. Gerade bastelt er sich ein Fischernetz.  Aber das Gelingen des Knotens ist meist eher ein Zufallsprodukt.

Aber mit diesem tollen Trick klappt es jetzt ganz sicher.

Man überkreuzt die Arme, wobei das Band eimal vor den Armen und auf der anderen Seite zwischen Arm und Körper laufen muss. (Dabei brauchen kleine Kinder noch Hilfe). Die äußere Hand greift das innere Band und die innere Hand greift das äußere Band.

Und dann muss man nur noch die Arme auseinander ziehen  und Hokus-Pokus-Fidibus: Schon hat man einen Knoten. Ganz ohne loszulassen!

Wenn ich sehe, wie begeistert die Buben bei der Sache sind und wie stolz, wenn es klappt, bin ich versucht, den Zaubertütentrick zu verraten. Aber vielleicht gönne ich auch mir noch ein Weilchen Spass, mal sehen…..

Wer noch ein paar Zaubersprüche braucht:
Ich habe festgestellt, dass man relativ weit kommt mit:
„Eulenschrei“ darauf reimt sich dann „herbei“.
„Krötendreck“(oder irgendein anderer Dreck) darauf reimt sich „weg“.
Da kann man dann schon mal alles her oder wieder weg zaubern.
Wenn man dann noch ein „Hühnerbein“ oder andere gruselige Gebeine hat, dann kann eigentlich alles „sein“.

Krötendreck und Eulenschrei,
brave Kinder kommt herbei.
Eulenschrei und Kötendreck,
brave Kinder sind schon wieder weg.
Eulenschrei, Krötendreck und zerquetschtes Hühnerbein,
brave Kinder sollen jetzt für immer verschwunden sein!

Die ich rief, die Geister,
Werd‘ ich nun nicht los…..