Welcome to Miami

Wir sind gut hier angekommen. Die Jungs haben den Flug bravourös gemeistert. Wir waren schließlich von Tür zu Tür mehr als 18 Stunden unterwegs und für so kleine Kinder ist das wirklich eine Leistung. Weil ich mir auf den letzten Metern zuhause noch eine Erkältung zugezogen habe, war ich eigentlich am unleidigsten von uns allen ;-).
Aber South Beach bläst das alles weg. Die Luft warm und feucht und das Licht ist weich. Unser erster Gang am anderen Morgen gilt, wie immer dem News Cafe und dann dem Sonnenaufgang am Strand.

Ich hätte nie gedacht, dass ich das hier so ins Herz schließen könnte. Jetzt kann man sagen, ja wer wäre da nicht glücklich. SoBe ist einer der HotSpots in den USA. Grundsätzlich glaube ich aber, der Mensch kann leider überall unglücklich sein. Um so mehr wundert es mich, wie gut mir das hier tut. Wie sehr der Ort mich beflügelt. Diese grauenhaft unkulturellen, oberflächlichen, ignoranten Amerikaner, die mich an jeder Straßenecke mit meinen beiden Engeln anlächeln. Ich war hier noch nicht einmal unterwegs ohne ein nettes Gespräch oder ein Kompliment von einem Wildfremden. ( Noch nicht einmal, stellt Euch das mal vor). Diese bonbonfarbene Leichtigkeit tut einer ernsthaften deutschen Seele  gut.

Die Energie hier ist einfach inspirierend. Kein Jammern, kein Klagen. Ich will mich sicher nicht den Problemen des Landes verschließen, aber die guten Seiten möchte ich doch annehmen. Dafür wird es ja die nächsten zwei Jahre noch viel Gelegenheit geben und darauf freue ich mich sehr, selbst wenn ich nie für immer hier bleiben möchte. Irgendwo für immer bleiben, finde ich per se etwas betrüblich.

Obwohl das Wetter zur Zeit gerade eher regnerisch ist, hatten wir Glück und konnten mit unseren Rollern alle vier noch eine recht große Tour über den Ocean Drive und den Lummus Park zur Lincoln Road machen. Sogar Matteo hat das geschafft. Es waren immerhin 3,5 km. Zur Stärkung gab es dann natürlich ein Eis. Häagen Dazs hatten noch zu (Wir haben ja noch Jetlag und waren früh dran). Deshalb haben wir diesen neuen Shop ausprobiert. Yogen Früz und ähnliche Ketten sind z.Z. in aller Munde. Ich hab da so meine Zweifel, ob kalorienarm (jedenfalls bei kleiner Menge ;-)), fettfrei, aber Zusatzstoffe und Süssstoff bis zum Anschlag eine gesunde Sache ist, aber es war immerhin ganz lecker. Jedesfalls besser als das überall (frisch oder abgepackt) erhältliche, ach so gesunde, Kokosnusswasser. Ich finde das schmeckt wie Zuckerwasser und ich mag es gar nicht. Aber vielleicht starte ich mal ein paar Smoothieexperimente damit.

PS: Ich denke zwar immer, dass meine Kamera an mich verschwendet ist, aber die iphone Fotos dagegen…naja

Wir sind dahin….

Die letzten Himbeeren und Tomaten sind gepflückt. Morgen geht es los nach SoBe Miami. Die Buben freuen sich mächtig und zählen schon die ganze Woche die Tage.

Wir drehen letzte Runden durch den Garten, fahren letzte Runden zum Wertstoffhof und spielen noch einmal ausgiebig mit unserer Beute vom Brucker Schloßberg.

Heute geht es nur noch ans Packen und das ist keine große Sache mehr. Mühsam ist höchstens die Kinder zu stoppen, wenn sie jede Minute mit seltsamen Schätzen ankommen, die unbedingt mit müssen.

Zumal auch ich ein paar Abstrusitäten mitschleppe. Zum Beispiel Gelierzucker ;-). Ich mag keine gekaufte Marmelade und es ist ja auch keine große Sache schnell ein, zwei Gläser zu machen. Nur wer je in einem Publix stand und nach preservation sugar/gelifying sugar/jam sugar gefragt hat und von 5-10 Mitarbeitern verständnislos angeschaut wird, der muss so wertvolle Güter auch mal importieren (Immer noch vom Land kommend, aber nicht mehr ganz so naiv). Da fällt mir ein…. das Marmeladenrezept….Ananas, Mango, Maracuja, Banane, Chili……und Kürbis, Blutorange, Zimt……brauch ich ja noch.

Auf den letzten Drücker haben wir uns auch von den Naturkindern noch zu einer Spitzwegerichcreme inspirieren lassen, die hilft gegen Mückenstiche und davon wird es in Miami noch reichlich geben. Jedenfalls in unserer Garage gibt es die leider immer zuhauf und Matteo und ich sind besonders beliebte und empfindliche Opfer. Aber jetzt sind wir ja gerüstet.

Die langen Flüge sind für uns mittlerweile kein Problem mehr (wenn ich auch nicht so weit gehen würde wie Johannes und behaupten, ich freue mich auf den Flug). Wer aber noch ein paar Flugtipps für Kinder braucht, der findet sie hier und hier.

Zehn Blätter fliegen davon

Ein weiteres Herbstbuch, das bei uns derzeit gerne gelesen wird, ist „Zehn Blätter fliegen davon“ von Anne Möller. Es zeichnet den Weg von 10 Weidenblättern nach, die der Herbstwind vom Baum reißt. Kinder benützen die Blätter zum Basteln, Tiere für ihre Häuser, eins wird gar ein Notizzettel. Der Regenwurm und andere kleine Tierchen fressen aber auch einige und machen so den Dünger, mit dessen Hilfe die Weide im nächsten Frühjahr neue Blätter hervorbringt. Der Kreislauf der Natur wird hier für die Kinder verständlich, aber auch poetisch dargebracht und stimmungsvoll illustriert.

Wer dazu noch musikalische Untermalung braucht kann sich Matteo’s liebstes Herbstlied anhören.

Herbstpicknick

Nicht nur in Graz kann man einen Schloßberg erklimmen. Auch der Brucker Schloßberg ist immer einen Ausflug wert. Hier haben wir dann auch Kastanien gefunden.

Unsere Apfelbrotzeittüten haben wir mit Apfelkuchen bestückt und los ging es.

Hier sitze ich und erinnere mich an einen ebenso schönen Herbsttag hier vor einem Jahr.

Blick auf’s Rennfeld, auf dem vor ein paar Tagen schon der erste Schnee lag.

Unsere Tüten wurden leergegessen und dann gleich wieder neu bestückt.