Eintracht und Zwietracht

Während wir zuhause ja für Freunde und Familie in Bayern und der ganzen Welt schreiben, schreiben wir hier bei den Grosseltern auch vor allem für Johannes, der gerade in den USA ist und so ein bisschen Eindrücke von unseren Tagen hier sammeln kann.

Jetzt gerade haben sich die Kinder auf den Sandhaufen gestürzt, den der Opa herangeschafft hat und mit „An die Arbeit“-Schlachtrufen (Leo), „An die Arbeit“-Echo (Matteo) wird jetzt in größter Einigkeit eine Ritterburg gebaut. Schätze aus dem Wald werden verarbeitet und die ganze Zeit gibt es fröhliches Geplapper, emsige Konstruktionsgespräche und dramatische Bauentwicklungen. Schrecklich die Vorstellung, dass man da allein bauen müsste, ohne den Bruder.

Gestern allerdings im Tierpark Hellabrunn (Schande über den, der das in München schnöde Zoo nennt ;-)) hatte die Freundin, die uns mit ihrer durchweg fröhlichen Tochter begleitete, sicher den Eindruck unser Leben besteht ausschließlich aus Geschwisterstreitereien mehr oder weniger handgreiflicher Art, Trotzanfällen und Geduldsproben. 

Und das tut es auch, manchmal jedenfalls. Die „tödliche Kombination“ habe ich unlängst in einem Artikel über die Konkurrenz zwischen Geschwistern gelesen, seien zwei Jungs mit geringem Altersabstand. Eine Frau hat mir mal erzählt, weit schlimmer als ihre Zwillinge wären ihre zwei anderen Jungs mit einem Altersabstand von 1,5 Jahren gewesen. Von Freunden, die so aufgewachsen sind, weiß ich von Kämpfen im Kindesalter, die nicht selten im Krankenhaus endeten und deren Narben heute beinahe liebevoll präsentiert werden, weil man nunmehr erwachsen ein sehr inniges Verhältnis zum Bruder, oft Geschäftspartner und bester Freund, pflegt. 
Also kurz: Die Buben haben es später schön und ich hab es jetzt besonders mühsam.

Eigentlich müssen sie ihre Streitigkeiten im Wesentlichen selber regeln. Aber solange sie noch so wenig Zutrauen in die Kraft der Worte haben (bis sich das ändert, dauert es wohl noch ein, zwei Jahre) und Streitereien schnell richtig handgreiflich werden (ich habe keine Lust meine Zeit im Krankenhaus zu verbringen), muss man ja doch auch eingreifen.

Es ist nicht immer einfach, damit umzugehen, die Nerven zu bewahren. Streitereien sind unter Geschwistern grundsätzlich normal. Ganz sicher bin ich mir eigentlich nur, dass es von Dummheit zeugt, wenn man glaubt, man könne Kinder hauen, um ihnen beizubringen, dass man nicht haut.

Ach ja und ganz sicher bin ich auch, dass ich nie wieder so einen Bollerwagen im Tierpark ausleihe. Wer zu Fuß läuft, der muss nicht um den „besten Platz“ streiten und verbraucht seine Energie auch sonst konstruktiver.

Mein Lieblingskraut – Zitronenverbene

Ich liebe das wunderbare Zitronenaroma meiner Zitronenverbene. Wenn ich mir nur ein Kräutlein aussuchen dürfte, wäre es dieses, wenn es auch nicht so ein Universalkraut wie Schnittlauch oder Petersilie ist. Im Topf passt es in jede kleine Wohnung. In Frankreich gehört Verveine in jeden Haustee und auch mein Lieblingskräutertee besteht aus 2/3 Zitronenverbene und 1/3 Pfefferminz. Auch Duftsäckchen für den Schrank haben wir aus Verbena schon gemacht. Gerne gebe ich auch ein bisschen davon in den Kräuterquark, der damit ein noch frischeres Aroma bekommt.

Buchweizenwaffeln

In Sachen gesunder Ernährung sind wir …..naja ganz ok. Einerseits wird bei uns fast jeden Tag frisch gekocht und Essen gehen heißt bei uns so gut wie nie Fast Food. Es sei denn man rechnet da Schnitzel dazu, aber das ist in Österreich eher Grundnahrungsmittel.
Beide Kinder essen gut Gemüse und Getreide. Matteo mag halt kein Obst, aber ein bisschen davon kann man ihm irgendwie püriert schon unterjubeln.
Allerdings essen wir sicher zuviel Süssigkeiten….allesamt. Da finde ich dann süsse Nachspeisen besser, als irgendwas Gekauftes, obwohl auch das einfach sein muss. Dass ich je ein Leben ohne Schokolade führe, halte ich für relativ ausgeschlossen.

Aber diese Buchweizenwaffeln waren auch lecker:

3 Eier
120g weiche Butter
60g Zucker
250ml Milch
200g Buchweizenmehl
50g Speisestärke
1 Päckchen Vanillezucker,
2 TL Backpulver
1 Prise Salz

Für den Teig alle Zutaten verrühren und dann 15 min. ruhen lassen, ab ins Waffeleisen.

Buchweizen trägt seinen Namen aufgrund seines Aussehens, das an Bucheckern erinnert. Er ist glutenfrei und war 1999 Heilpflanze des Jahres. Traditionell wird er für Pfannkuchen und ähnliches verwendet. Grund genug ihn mal auszuprobieren. Außerdem habe ich immer gerne etwas Abwechslung und möchte, dass auch die Kinder sich immer mal wieder auf etwas neues einlassen. Er hat einen nussigen Geschmack und die Kinder haben die Waffeln anstandslos verputzt.

Wenn nix mehr geht……

Das gibt es wohl bei jedem, der Kinder hat. Stunden, in denen man irgendwie keinen Fuss auf den Boden bekommt, ein Ärger jagt den Nächsten. Die Erkenntnis, dass es die eigene Energie ist, die da schwächelt, bringt einen zwar möglicherweise langfristig voran, aber jetzt gerade…ist man eben kränklich, müde und uninspiriert, vielleicht sogar genervt.
Dann braucht man einfach ein paar Überlebensstrategien, die immer funktionieren. Bei uns ist das neben dem allgegenwärtigen Vorlesen,
einfach mal ein bisschen länger Baden und sich nicht um die Überschwemmung scheren,
ca. 4000 Kinderphotos anschauen,
oder den Blog anschauen und sich erinnern, was wir alles gemacht haben in letzter Zeit. Matschereien aller Art beschäftigen die Kinder auch immer eine ganze Weile, bergen aber ein oft unkalkulierbares Aufräumrisiko.
Das hier war meine letzte Idee, wie die Kinder beschäftigt sind, und ich mich nach mehreren Tagen unzureichenden Schalfes ein bisschen schonen konnte.

Die Kinder waren stundenlang beschäftigt und haben sogar ein paar Tage später beim Aufräumen (wir haben es einfach weggeschnitten) ganz gut geholfen. Die Wolle war noch von meiner Oma und da ich in Sachen Handarbeiten weder ambitioniert noch talentiert bin, stand nicht zu erwarten, dass sie noch einer sinnvolleren Nutzung zugeführt werden würde.

Was macht ihr denn mit Euren Kindern, wenn ihr gerade nicht so einsatzwillig seid, aber den Fernseher nicht für einen geeigneten Babysitter haltet?