Jungs brauchen Männer

Klar, das ist jetzt keine neue Erkenntnis. Aber ich war schon überrascht, wie deutlich ich das gerade an Leo (3 1/2) beobachten kann. Wie dringend die Buben einen Vater brauchen, merke ich vor allem dann, wenn Johannes, der beruflich oft sehr eingespannt ist, nicht viel Zeit hat.
Ich muss einfach zugeben, dass mich die allabendliche Stuntshow und die Rangeleien mit dem Vater eher kaltlassen. Ja, ich kann keinen rechten Spass dabei empfinden, wenn jemand auf mir herumhüpft.
Täglich muss ich mir anhören, was der Opa für tolle Werkzeuge hat (auch dafür hege ich kein übermäßiges Interesse).
Und den tollsten Onkel der Welt haben wir auch. Einen, mit dem man Fische fangen und noch jede Menge anderen Blödsinn machen kann. Der sich nicht mühsam erinnern muss, was er früher lustig fand, weil er es jetzt ganz einfach immer noch lustig findet. Einer, der sich Zeit nimmt und der dazu nur selten gezwungen werden muss. Einer, der sagt, wo’s langgeht und die, wenn auch weite, Grenze steckt. Einer, der heiß und innig geliebt wird.

Jeder Mann, der sich einem Jungen zuwendet, ist wertvoll. Der Mann, der beim Kindergeburtstag ein Lagerfeuer mit den Kindern macht, oder mit Ihnen loszieht, um Pfeiferl zu schnitzen, oder eine Spritzpistolenschlacht schlägt. Väter, die wissen, dass ein Jungenleben Abenteuer braucht, dass es Bewegung und frische Luft, sich beweisen und der Grösste sein braucht. Dass es Dinge braucht, die Mütter nicht bieten können/wollen/sollen. Väter, die trotzdem fürsorglich, zärtlich und liebevoll sein können.

Aus meiner Zeit als Rechtsanwältin weiß ich auch, dass gerade nach Scheidungen die Väterpräsenz oft dahinschwindet (was ich allerdings nicht ausschließlich den Vätern anlasten möchte). Aber auch in einer Normalofamilie sind Buben doch sehr viel Weiblichem -manchmal schutzlos – ausgeliefert. Meist ist die Mutter die Hauptbetreuerin, der Väter spielt eher eine Wochenendrolle. Dann gibt es da noch die Erzieherin im Kindergarten und die Grundschullehrerin, die Babysitterin oder das AuPair Mädchen. Es mangelt an männlichen Vorbildern, an einer Orientierung. Der Junge muss erkennen können, ’so kann ich als Mann sein, und so, und so, und so‘. Wenn es das nicht gibt, dann muss man zwangsläufig dämliche Plastikhelden als Rollenvorbild heranziehen.

Wenn nun, warum auch immer, Männer im Jungenleben fehlen, dann weiss ich leider auch nicht, wie man sie herbeizaubern soll. Wenn auch die Problematik mittlerweile von Politik und Gesellschaft wenigstens erkannt wird.

Aber wenn man sie hat, dann sollte man dankbar sein.

Und wenn Du einer bist, dann nimm Dir Zeit.

Probewandertag

Als Vorhut für eine Kindergartengruppe, die unsere Wanderung alsbald beschreiten soll, sind wir letzte Woche mit ein paar Freunden ein bisschen im Wald gewandert. Alle Mamas waren sich einig, dass wir uns wünschen, dass die Kinder lauffreudig sind und solche kleinen Wanderungen gut mitmachen können. Da hilft halt nur trainieren. Wenn dann noch mehrere Kinder beieinander sind, geht das viel leichter und ein Spiel ergibt oft das nächste.

Da wird geklettert und balanciert.

Zu zweit läuft es sich auch viel leichter.

Es gibt Glitzersteine zu finden und Tarnfarben zu entdecken.

Man kann Wichtelhüte tragen.

Und wer Drachenflügel findet, der kann auch fliegen.

Jeder nimmt sich noch einen Stock zum Würstelgrillen mit.
Die Kinder waren zwei Stunden recht munter unterwegs. Matteo war der mit 2 1/2 Jahren der kleinste und Leo mit 3 3/4 Jahren der größte unter den Kindern. Nur Matteo musste ich eine kurze Strecke tragen, nachdem er sich barfuß in die Ameisen gestellt hatte 

10 Minuten auf dem Erdbeerfeld

Unsere eigenen Erdbeeren mickern dieses Jahr so dahin. Die Ernte reicht für die Hand in den Mund, aber sonst für nichts. Wenn ich auch kein Freund bin von Vorräten für die nächsten 3 Jahre bin -und Erdbeermarmelade verliert ja auch nach ein paar Monaten die schöne Farbe-, ein paar Gläser müssen schon sein.

Darum ging es am Freitag auf das Erdbeerfeld. Es war jetzt nicht ganz so idyllisch, wie ich mir das vorgestellt habe.  Leider haben sich das außer uns nämlich auch noch tausend andere vorgenommen. Abends um 17h, kann man dann die Erdbeeren schon wie die Pilze suchen. Matteo hat die ganze Zeit gejammert „Wann fahr ma wieder heim“ und Leo hat von den 40 Erdbeeren, die wir ich gesammelt habe, 30 schon auf dem Feld wieder aufgegessen.

Weil wir zu frischer Erdbeermarmelade einen Hefezopf brauchen, war der in der Zwischenzeit zu Hause im Ofen. Waghalsig ….ich weiß. Wir haben die Aktion also abgebrochen, zumal ich überall an Händen und Füssen juckende Pusteln bekommen habe. Schnell nach Hause, Zopf aus dem Herd (Glück gehabt), schnell weiter ins Obstgeschäft…was hätten wir jetzt mit dem Hefezopf auch machen sollen ohne Erdbeermarmelade….
Das gute Ende sieht man hier:

Wer bei Marmelade gerne mal was neues wagt, dem sei dieses Buch empfohlen.

So gibt es bei uns dieses Jahr Erdbeer-Vanille-Rhabarber und Erdbeere-grüner Pfeffer-Balsamico.

Vom Frauenberg auf’s Rennfeld

In den vergangenen Kleinkinderjahren beklagen wir ständig unsere mangelnde Kondition, zu wenig in den Bergen gewesen zu sein und zu wenig „Paarzeit“. Nachdem ich mir ja unlängst Gedanken gemacht habe, wo die Energie für unser turbulentes Leben eigentlich herkommen kann, war ohnehin der Entschluss gefasst nach 4 Jahren Schwangerschaft oder Stillzeit endlich wieder mehr in die Berge zu kommen. Gestern haben wir dafür einen wunderbaren Anfang gemacht.

Los ging es vom Frauenberg, einem berühmten Marienwallfahrstort in der Steiermark. Der Legende nach wollten ein Bauer an diesem Ort in 941 m ü.d. Meeresspiegel eine Kirche bauen, nachdem er dort einen grasenden Rehbock und an der selben Stelle dann eine Pietá (Marienstatue) gefunden hatte. Der zuständige Pfarrer wollte die Kirche aber lieber an einem weniger entlegenen Ort erbauen lassen. Nachdem allerdings der Rehbock und die Pietá neunmal an dieser Stelle auftauche, obwohl sie jeweils ins Tal gebracht wurde, war man sich nun doch allseits einig. An „Maria Rehkogl“ entstand dann 1354 eine erste Kapelle.

Von hier aus geht man ca. 1 1/2 h aufs Rennfeld, dem Brucker Hausberg. Es gilt 700 Höhenmeter zu überwinden und der Weg ist überwiegend steil bergauf aber wunderbar abwechslungsreich. Das letzte Stück, der Götterquergang ist ein bisschen felsiger, allerdings ohne dass es einer Kraxelei bedarf.

Im Hintergrund der Hochschwab noch mit Schneefeldern.

Am Gipfel angekommen wird man im Ottokar-Kernstock-Haus mit viel Herzhaftem und viel Herzlichkeit verwöhnt.

Ginge man über den Buchecksattel wieder ab, hätte man eine schöne Runde, aber das haben unsere Babysitterzeiten leider nicht zugelassen. Vom Frauenberg aus kann man auch ca. eine halbe Stunde zur urigen Jagaalm wandern. Der Weg ist einigermaßen flach und ich möchte das die nächsten Wochen einmal mit den Kindern versuchen. Wir sind heute zu einer kleinen Wanderung im Wald verabredet, schauen wir mal wie das so geht.