Suche passionierten Angler als Babysitter

Nach Miami hatte ich mich mit am meisten auf unsere Babysitter gefreut :-), also auf ein bisschen mehr Zeit für mich. Allerdings weiß ich nicht genau, wie lange die gewillt sind, sich über das Angeln zu unterhalten. Das ist Leo’s einziges (naja er redet auch über Boote) Thema.
Ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, wie schnell meine und die Kinderinteressen auseinander driften. Irgendwie habe ich mir wohl eingebildet, dass sich die Kinder erst in der Pubertät für Dinge interessieren, für die ich unglaubliche Mühe habe, Interesse zu heucheln. Meistens wird das ja mit Johannes besprochen. Meine Inkompetenz bei diesem Thema ist bereits aktenkundig. („Da hast Du ja keine Ahnung, Mama, aber ich bin da eh schon ein Super-Profi“). Auch werde ich während solcher Gespräche gerne mal mit den Worten „Mama, der Papa und ich haben gerade eine Sprechung“ abgewiesen. Aber manchmal ist halt kein anderer Gesprächspartner vorhanden, und dann muss er wohl oder übel mit mir vorlieb nehmen. „Mama, wollen wir uns über Fische unterhalten?“
Ich würde also einen Angler suchen, einen älteren Herrn, der gewillt ist, sich stundenlang über Fische, Angeln und alles was dazu gehört zu unterhalten. Leider habe ich das Gefühl, dass entsprechende Herren nicht besonders gesprächig sind, oder entspricht das nur dem Klischee?

Wenigstens war Leo das Anglerglück jetzt endlich einmal hold und stolz präsentieren wir hier die erste selbstgefangene Forelle.

Frösche beobachten

Eigentlich dachte ich, wir wären eh zu spät aus Miami zurückgekommen, um noch irgendwo Froschlaich beobachten zu können. Ich habe mich deshalb auch gar nicht mehr auf die Suche gemacht. Allerdings haben wir jetzt zufällig in einem Minigartenteich meines Schwagers noch welchen gefunden. Wie man die Kaulquappen am besten behandelt, kann man hier nachlesen. Dort erfährt man auch, dass man das eigentlich nicht darf. Ich kann zu unserer Verteidigung sagen, dass der Teich, aus dem unser Laich stammt, alsbald in Parkplätze verwandelt werden soll.
Wenn den Kaulquappen die Beine wachsen, entlässt man sie wieder. Sie müssen dann auch an Land, weil sich anstelle der Kiemen der Kaulquappe die Lungen des Froschs entwickeln.
Die Kinder stehen auf alle Fälle täglich mehrmals andächtig vor dem Glas und Matteo übt fleißig „Amphibien“ sagen, was nicht so recht gelingen will ;-)

Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.

Natürlich stimmt das! Das unterschreibe ich jederzeit. Das ist nicht so sehr purer Egoismus, als Verantwortung für sich und sein Leben und sein Wohlbefinden zu übernehmen. Wer erwartet, dass andere ihn glücklich machen, der wartet lang.
Trotzdem ist das ein sperriger Satz in einem Mütterhirn. Der eckt an, der bleibt vor allem in meinem Hirn stecken, statt in mein Leben zu wandern. Das Bild der selbstlosen Mutter hält sich hartnäckig. Es wabert unbemerkt um mich herum, ohne dass ich es so richtig bemerke. Aber es ist wirklich gefährlich für mich. 
In einem Leben mit Kindern hilft es nicht,  zurückzuschauen und sich nach alten Zeiten zu sehnen. Die Zeit mit kleinen Kindern ist nicht nur eine wunderbare Zeit, an die man sich, dank lückenhafter Erinnerung, später mit Wehmut erinnert. Sie ist auch ein Durststrecke,  auf der eigene Bedürfnisse und oft auch Beziehungen zurückbleiben.  Allen klugen Zeitschriftentipps zum Trotz, das Leben, wie man es kannte und in dem man es sich mit über 30 meist so eingerichtet hatte, wie man es sich selbst ausgesucht hatte, ist vorbei. Ich halte es für Energieverschwendung gegen diese Tatsache anzukämpfen. Aber irgendwann gibt es einen Zeitpunkt, an dem Eigenes wenigstens punktuell wieder in den Vordergrund treten muss. Wann dieser Zeitpunkt kommt, ist ganz individuell. Er errechnet sich aus der persönlichen Leidensfähigkeit, dem Gluckengen, der Kinderzahl, wirtschaftlichen Zwängen, dem Überleben der Partnerschaft auf dem Prüfstand der Kleinkinderkrise und der Unterstützung, die die Umgebung bietet.
Jedenfalls ist er aber dann gekommen, wenn einen die eigenen Kinder annerven, weil sie tun, was Kinder einfach so tun an einem endlos langen Tag.

Ich persönlich neige sicher dazu, den Bogen zu überspannen, den Kindern mehr zuzugestehen, als ihnen zu steht. Ich weiß schon, dass ich auch wichtig bin, dass es –ja auch für die Kinder- mit am wichtigsten ist, dass sie unter dem Schirm einer tragfähigen Partnerschaft aufwachsen. Die gibt es aber nicht umsonst, auch diese Beziehung braucht Pflege.  Die Kinder brauchen ihren Platz in unserem Leben und der muss ihnen sicher sein, der darf nicht wanken, ihnen nicht entzogen werden. Aber, wenn sie darüber hinauswuchern, muss es eine Grenze geben, weil wir auch noch Platz brauchen.
Obwohl ich das weiß, neige ich dazu, diese Grenzen zu wenig zu setzten. Ich erwarte zu oft, dass sie sie schon von alleine  erkennen. Ist das –überraschenderweise- nicht der Fall, bin ich dann sauer…..Leider nicht auf mich selbst. 

Einfach „Nein“, ohne gereizt zu reagieren, das wünsche ich mir. Das kann man natürlich nur, wenn man daran glaubt, dass man das darf. Ich will schließlich, dass die Kinder jederzeit einfach sagen, was sie wollen und wenn ich das nicht will, bin ich für meine Grenzen verantwortlich und nicht die Kinder. 
Auf die Bremse steigen und auf die eigenen Bedürfnisse schauen, dass muss man spätestens dann, wenn die Kinder einen langsam aber sicher auffressen und der Unmut darüber anfängt, den Alltag zu vergiften. Dieses Gift dringt nämlich auch in den unverbrüchlichen Kinderbereich ein und keiner der Beteiligten fühlt dann noch wohl.

Sich gut um andere kümmern, kann man nur, wenn es einem selbst gut geht.

Wer wollte schließlich je so eine Märtyrermutter mit bitteren Gesichtszügen werden.



Piep und Matz auf dem Spielplatz

Piep und Matz sind zwei kleine Kücken, die zum ersten Mal auf dem Spielplatz sind. Alles ist neu und sie trauen sich noch nicht recht auf die Spielgeräte dort. Doch am Schluss nach viel Ermunterung von allen Seiten und ein bisschen Hilfe rutschen sie von der Rutsche.
Beide Kinder mögen dieses Buch. Bei Matteo geht es einfach nur um die Bilder und Fakten, während Leo  die emotionale Situation -etwas Neues wagen, die Angst überwinden und den Stolz und Spass, dass man es geschafft hat- schon auf andere Lebenssituationen (z.B. seinen Kindergartenstart) übertragen kann.